Badeordnung
zum Badebetrieb unter Pandemiebedingungen
für das Römerbad Lindau

(Angelehnt an den DGfdB Fachbericht Pandemieplan, endgültige Regelwerksfassung, Version 2.0 vom 23.April 2020 der deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V.)

Präambel

Diese Ergänzung gilt zusätzlich zur Badeordnung des Römerbad Lindau vom 17.11.2017 und ist verbindlich. Sie ändert in den einschlägigen Regelungen die Badeordnung ab bzw. führt weitere Punkte ein. Die Ergänzung nimmt Regelungen (z.B. behördlich, normativ) auf, die dem Infektionsschutz bei der Nutzung dieses Bades dienen. Bei widersprüchlichen Regelungen zur weiter gültigen allgemeinen Badeordnung gelten grundsätzlich die Regelungen dieser Badeordnung zum Badebetrieb unter Pandemiebedingungen.

Dieses Schwimmbad wird im Verlauf einer sich abschwächenden Pandemie wieder ab dem 08.06.2020 betrieben. Es ist also erforderlich, weitere Ansteckungen zu vermeiden. Darauf haben wir uns in der Ausstattung des Bades und in der Organisation des Badebetriebs eingestellt. Diese Maßnahmen des Badbetreibers sollen der Gefahr von Infektionen soweit wie möglich vorbeugen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist aber zwingend erforderlich, dass auch die Badegäste ihrer Eigenverantwortung – gegenüber sich selbst und anderen – durch Einhaltung der Regelungen der Badeordnung gerecht werden. Gleichwohl wird das Verhalten der Badegäste durch die gewählte Vorstandschaft des Römerbades beobachtet, die im Rahmen des Hausrechts tätig wird. Allerdings ist eine lückenlose Überwachung nicht möglich.

§ 1 Allgemeine Grundsätze und Verhalten im Bad

1. Die Begleitung einer erwachsenen Person ist abweichend von der bisherigen Regelung für Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr* erforderlich.

2. Zur Einhaltung und Steuerung der maximal erlaubten Besucherzahlen und zur Infektionsrückverfolgung wird das vorhandene Chip-System genutzt. Jeder Besucher muss sich vor dem Betreten des Bades am Terminal an der Eingangstür mittels Chip einloggen. Beim Verlassen des Bades ist jeder Besucher verpflichtet, am neu errichtetenTerminal am Ausgangsdrehkreuz sich wieder auszuloggen. Die Ein- und Ausloggpflicht gilt für jeden einzelnen Besucher, auch für Kinder! Ein Betreten des Bades ohne Ein- und Ausloggen mit dem Chip ist verboten. Die Nichteinhaltung dieser Reglung führt zu einer Sperrung des Chips und somit zum Entzug der Zugangsberechtigung ins Bad für die Dauer des Pandemiebetriebs. Eltern sind für die Einhaltung dieser Regelung für ihre Kinder verantwortlich.

3. Das Betreten und die Nutzung des Stegs ist für Kinder unter 14 Jahren, auch in Begleitung einer erwachsenen Person, untersagt. Der unmittelbare Zugang zum ersten Seeeinstieg (Leiter) auf dem Steg ist auch für Kinder unter 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen erlaubt.

4. Zur optimalen platzsparenden Nutzung der Liegeflächen ist das Vorreservieren von Liegeflächen untersagt. Der Flächenverbrauch für die genutzte Liegefläche muss auf das Wesentliche beschränkt werden. Nur so ist eine maximale Besucherzahl für das Bad zu gewährleisten.

5. Die Nutzung der Sprunganlage auf dem Steg ist für die Dauer des Pandemiebetriebes untersagt.

6. Die Badezugänge zum See sind frei zu halten und sind nach dem Schwimmen unverzüglich zu verlassen.

7. Menschenansammlungen vor der Tür, am Badausgang, an Duschstellen, usw. sind zu vermeiden.

8. Der Verzehr von Speisen der Gastronomie ist nur auf den dafür vorgesehenen bzw. ausgewiesenen/gekennzeichneten Flächen gestattet.

9. Anweisungen des Vorstandes oder weiterer Beauftragter ist Folge zu leisten.

10. Nutzer, die gegen diese Ergänzung der Badeordnung verstoßen, können des Bades verwiesen werden und für die weitere Nutzung des Bades während des Pandemiebetriebs gesperrt werden.

11. Falls Teile des Bades nicht genutzt werden können, wird im Eingangsbereich oder über die Internetseite (roemerbad-lindau.de) schriftlich darauf aufmerksam gemacht.

§ 2 Allgemeine Hygienemaßnahmen

1. Personen mit einer bekannten/nachgewiesenen Infektion durch das Coronavirus ist der Zutritt nicht gestattet. Dies gilt auch für Badegäste mit Verdachtsanzeichen.

2. Hände sind häufig und gründlich zu waschen (Handhygiene).

3. Die Handdesinfektionsstationen im Eingangsbereich und an anderen Übergängen, an denen das Händewaschen nicht möglich ist, sind zu nutzen.

4. Husten und Niesen soll in ein Taschentuch oder alternativ in die Armbeuge (Husten- und Nies-Etikette) erfolgen.

5. Masken müssen nach den behördlichen Vorgaben in den gekennzeichneten/ausgewiesenen Bereichen getragen werden.

§ 3 Maßnahmen zur Abstandswahrung

1. In allen Räumen sind die aktuell gebotenen Abstandsregeln (z. B. 2er-Regelung, Abstand 1,5 m) einzuhalten. In den gekennzeichneten Räumen bzw. an Engstellen ist zu warten, bis die maximal angegebene Zahl der anwesenden Personen unterschritten ist.

2. Dusch- und WC-Bereiche dürfen von maximal zwei Personen betreten werden.

3. Im Schwimmbereich des Sees, an den See-Zugängen und -Ausstiegen und auf dem Badefloss muss der gebotene Abstand selbstständig gewahrt werden. Gruppenbildungen, insbesondere auf dem Steg, sind zu vermeiden.

4. Auf die Beschilderungen und Anweisungen des Vorstands und seiner Beauftragten ist zu achten.

5. Der Sandkastenbereich und Spielbereiche dürfen nur unter der Wahrung der aktuellen Abstands- sowie Gruppenregeln genutzt werden. Eltern sind für die Einhaltung der Abstandsregeln ihrer Kinder verantwortlich.

6. Insbesondere auf dem Steg sind enge Begegnungen zu vermeiden. Die gesamte Breite muss zum Ausweichen genutzt werden können.  

7. Die Wegeregelungen (z. B. Einbahnverkehr), Beschilderungen und Abstandsmarkierungen im Bad sind einzuhalten.

*Bei der Festlegung der Altersgrenze für die notwendige Begleitung einer geeigneten Begleitperson soll berücksichtigt  werden,  ab wann  ein  Kind  in  der  Lage  ist, den  Sinn  von  Abstandsgrenzen  zu  verstehen  und  weitestgehend  diese auch selbstständig einzuhalten. Die Altersgrenze von zehn Jahren, die hier vorübergehend festgelegt wird, orientiert sich am § 828 Abs. 2 BGB, in dem der Beginn der beschränkten Deliktsfähigkeit bei fahrlässigen Verkehrsunfällen definiert wird. Damit wird also eine erweiterte Fähigkeit vorausgesetzt, komplexere Lebenszusammenhänge zu erkennen – dies ist auf Schwimmbäder in diesem besonderen Fall übertragbar.